Unsere Ausflüge und Reisen 2019

An jedem ersten Samstag des Monats organisiert chtour.ch einen Tagesausflug mit Kultur.

An den Orten, die wir besuchen, interessieren uns die Bezüge zu Geschichte, Literatur, Philosophie und Religion.

Die Ästhetik vergessen wir dabei nicht. Schönheit wird die Welt retten. So hoffen wir zumindest.

MEHRTÄGIGE REISEN 2019

Vom 11.-18. September 2019  verfolgen wir die Spuren der Savoyer-Dynastie in Savoyen und im Piemont. Die erste Aarebrücke in Bern wurde unter Peter von Savoyen gebaut. Wer sind die Savoyer?

Wir besuchen Chambéry und Turin, die Hauptstädte der Savoyer, entdecken ihre spirituellen Zentren und fahren durch den ältesten Eisenbahntunnel der Alpen. 
Genaueres hier.

Vom 13.-20. November sind wir in Baku, der Hauptstadt am Kaspischen Meer. Wir lernen die Aserbaidschaner kennen, eine neue Nation in einem alten Land. Programm in Vorbereitung.

TAGESAUSFLÜGE 2019

6. AprilGeschichte und Literatur in und um Trachselwald – Bern ab 09.50 mit der Bahn. Themen sind die Täufer, die Bauernkriege, die Schriftsteller Jeremias Gotthelf und Carl Albert Loosli. Tagesausflug. Hier gibt’s die Details dazu.

4. Mai, spiritueller Maibummel im Luzernbiet. Wir entdecken Wallfahrtskirchen und Kapellen aus der Zeit der Gegenreformation in den Gemeinden Sursee, Buttisholz und Ruswil. Die heilige Ottilie hilft denen, die nicht gut sehen. Wanderung etwa zwei Stunden. Details in Vorbereitung.

1. Juni, ins Waadtland zu Jacques Chessex. Bei diesem Tagesausflug nach Moudon und ins abgelegene Dorf Ropraz im Haut-Jorat geht es um das savoyische und bernische Erbe in der Waadt und vor allem um den preisgekrönten Schriftsteller Jacques Chessex, der vor zehn Jahren im Zorn gestorben ist. Details in Vorbereitung. 

6. Juli, Besançon – langsam nach Frankreich. Nicht mit dem TGV, sondern in einem Schienenbus mit Dieselmotor fahren wir durch den Jura in die Hauptstadt der Franche-Comté. Führung zwei Stunden, Rest des Tages (oder des Wochenendes) zur freien Verfügung. Früh aufstehen – Bern ab 06.53. Details in Vorbereitung.

3. August, die frühen Habsburger. Wanderung Brugg-Altenburg-Habsburg-Königsfelden. Wir gehen zu den Ursprungsorten der Habsburgerdynastie. Höhepunkt des Tages ist die Besichtigung der ehemaligen Klosterkirche Königsfelden mit ihren mittelalterlichen Glasfenstern. Details in Vorbereitung.

7. September, Solothurn. Rundgang durch das Zentrum,  Besuch eines ehemaligen Landsitzes, Wanderung durch die Verena-Schlucht. Söldnertum und barocke Pracht, Adel und Ambassadoren. Details in Vorbereitung.

5. Oktober mit Friedrich Dürrenmatt am Bielersee und in Neuenburg (Neuchâtel). Richter, Henker und mehr. Details in Vorbereitung.

2. November Ursprünge des Christentums im Gebiet der heutigen Schweiz. In Avenches sehen wir die wohl ältesten christlichen Gegenstände in der Schweiz. Dann besuchen wir das im Jahre 515 gegründete Kloster St. Maurice und seinen Klosterschatz. Und schliesslich besuchen wir etwas ausserhalb des Ortes eine Wallfahrtskapelle, die an die Hinrichtung der legendären Thebäischen Legion erinnert. Details in Vorbereitung.

7. Dezember, Weihnachtsmarkt Montbéliard. Die Stadt (deutsch Mömpelgard) war bis zur französischen Revolution württembergisch und protestantisch. Stadtführung, Besichtigung des Schlosses und des protestantischen «Temple». Zeit, um das Städtchen und den Weihnachtsmarkt selbst zu entdecken. Fahrt via Delle und Belfort (die Bahnlinie war von 1993 bis 2018 geschlossen).

Unsere Preise

Die Teilnahme an unseren Tagesausflügen kostet in der Regel 10 Franken pro Person (nur Barzahlung; in diesem Betrag sind Anreise, Reise-Etappen und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht inbegriffen). Der Betrag wird zu Beginn der Führung einkassiert. Es ist ein bescheidener Beitrag an unsere Kosten, aber kein Nulltarif – denn das, was nichts kostet, wird oft und fälschlicherweise als wertlos angesehen.

Anreise und Rückreise

Die Treffpunkte für die Tagesausflüge sind so gewählt, dass wir Anreise und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehlen können. Für die Tagesausflüge kaufen sich die Teilnehmenden ihre Fahrkarten selbst. In der detaillierten Ausflugsbeschreibung sind Anfangspunkt und Endpunkt der Rundgänge und Führungen erwähnt.

Unsere Leistung

Die Organisatoren der Rundgänge und Ausflüge, Michael Tschanz und Ayten Babayeva Tschanz, bereiten sich thematisch vor. Ihre thematischen Erläuterungen dauern in der Regel ein bis zwei Stunden, in verdaulichen Portionen, und an den Orten, die zu den jeweiligen Themen passen.

Verpflegung auf Tagesausflügen

Über die Mittagszeit (etwa 12 bis 13.30 Uhr) verpflegen sich die Teilnehmer selbst. Die Organisatoren sorgen dafür, dass die Mittagspausen dort stattfinden, wo ein gutes Angebot an Restaurants, Imbissstuben und Einkaufsmöglichkeiten besteht. Bei Wanderungen in ländlicher Umgebung sind die Mittagspausen kürzer, und es wird den Teilnehmenden empfohlen, ein Picknick mitzunehmen.

Anmeldung

Wir bitten auch bei unseren Tagesausflügen um eine Anmeldung per E-Mail an chtour@chtour.ch, wenn möglich einige Tage vor dem Ausflugstermin.

Versicherung während der Tagesausflüge

Die Teilnehmer an Führungen und Tagesausflügen sind für sich selbst verantwortlich. Sie passen auf sich auf und melden sich frühzeitig, wenn sie sich auf Rundgängen und Wanderungen körperlich überfordert fühlen. Bei Tagesausflügen wird von chtour.ch jede Haftung für Teilnehmer abgelehnt.

Gruppen, Vereine, Firmen

für bestehende Gruppen, Vereine Firmen usw. wiederholen wir die Tagesausflüge gerne zu einem anderen Zeitpunkt.

Unterstützung

Was Sie tun können, um dieses Angebot zu unterstützen:

  • Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten
  • Laden Sie sie zu den Ausflügen ein
  • Organisieren Sie Ihren Firmenausflug oder Ihren Vereinsausflug mit chtour.ch
  • Wenn Sie weitere Ideen haben, dann nehmen Sie doch mit uns Kontakt auf.

Über uns

chtour.ch ist eine gemeinsame Unternehmung von Michael Tschanz und Ayten Babayeva Tschanz.

Die beiden haben sich 1993 in der Stadt Baku am Kaspischen Meer kennengelernt.

Er arbeitete für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Es herrschte Krieg im Gebiet um Bergkarabach.

Sie unterrichtete Philosophie und Religionsgeschichte an der Universität.

In der Freizeit machten sie ungewöhnliche Ausflüge, zum Beispiel in die Erdölfelder am Stadtrand.

Inzwischen sind wir etwas älter.

Wir machen weiterhin mit Leidenschaft ungewöhnliche Ausflüge und Reisen. Unsere Ausflüge und Reisen sollen thematisch interessant und finanziell günstig sein.

Mit Kultur?

Kultur ist mehr als die Fassade von denkmalgeschützten Gebäuden. Wir wollen wissen, wer da gebaut und gewohnt hat. Wir wollen das, was uns erhalten geblieben ist, in seiner Zeit begreifen, in seinem Kontext verstehen. Unsere Ausflüge und Reisen sind deswegen auch Zeitreisen. Und weil Zeitreisen Zeit brauchen, sind wir vorzugsweise langsam unterwegs. Man kann es slow travel nennen, analog zu slow food.

Wir haben den Eindruck, dass Flugreisen und Kreuzfahrten zur Zerstörung der Welt beitragen.

Vielleicht wird es uns gelingen, zu einer bewussteren Reise-Kultur beizutragen, die Genuss ohne Zerstörung ermöglicht.

Wenn Sie unser Angebot bekanntmachen, helfen Sie uns dabei.

Archiv

Tagesausflüge 2019

2. März um 14.30 Aufstieg und Niedergang des Alten Bern 
Rundgang durch die Altstadt, zwei Stunden.
Hier gibt’s die Details dazu.

Reisevorbereitungen 2018

Ende August und anfangs September 2018 haben wir den Landweg nach Moskau rekognosziert für eine Gruppenreise, die wir ursprünglich für 2019 planten. Dabei sind wir auf Hindernisse gestossen, die in einem offenen Brief beschrieben sind, den Sie hier finden. Darauf erhielten wir sogar eine (leider unbefriedigende) Antwort des russischen Aussenministeriums…

Blog

Der gute Schächer – 3. März 2019

“Der gute Schächer”, so wird die Glasmalerei von 1449 genannt, die auf der Ankündigung für unseren gestrigen Rundgang durch Berns Altstadt abgebildet ist (siehe unsere Seite “Archiv”). Sie ist Teil eines Zyklus, von dem nur noch ein Teil der Scheiben erhalten ist.

Jede Bernerin, jeder Berner ist im Münster gewesen. Aber wer hat das Bild beachtet?

Ich selbst bin da keine Ausnahme. Erst die böse Absicht, den Bernern auf einem Rundgang Dinge zu zeigen, die sie in ihrer eigenen Stadt weder beachten noch verstehen, hat mich zu einer Beschäftigung mit den Glasmalereien im Münster geführt.

Ich habe die kleine Gruppe von Teilnehmern auf unserem Rundgang gefragt, was sie auf dem Bild sehen.

«Ein Mann, auf ein Kreuz gebunden, aber nicht Jesus. Und ist da noch eine zweite Person?»

Schächer ist ein altes Wort, es bedeutet wohl am ehesten Raubmörder.

Zwei solche Verbrecher werden mit Jesus hingerichtet. Der eine bereut seine Taten und bekehrt sich. Der sterbende Jesus, ans Kreuz genagelt, verspricht ihm, dass er noch am selben Tag ins Paradies kommt.

Man sieht auf dem Bild, wie die als Gestalt in der Grösse eines Kindes dargestellte Seele des Verbrechers von einem Engel aufgenommen wird.

Der Grundstein für das Münster wurde sechs Jahre nach der Eroberung des Aargaus gelegt, in einer Zeit, in der ein neues Selbstbewusstsein nach einer neuen Kirche verlangte.

Nach dem Einsetzen der Glasfenster fehlte noch eine wichtige Reliquie. Aber nicht lange. Den Kopf des heiligen Vinzenz stahl ein schneller Berner in Köln.

Was geschah mit dem Kopf nach der Reformation?

 

Sonderheft Reisen – 20. Februar 2019

Heute morgen beim Kaffee stosse ich beim Durchblättern der Post auf das Sonderheft Reisen, eine Beilage in der Gratis-Zeitschrift des Unternehmens, das als Konsumverein angefangen hat.

Auf sieben Seiten werden sieben Gründe für eine Reise auf die Insel La Réunion im Indischen Ozean vorgestellt. Am Schluss erfahre ich als Leser, dass ein Schweizer Reisebüro eine Wanderreise dorthin anbietet, fünfzehn Tage ab 5450 Franken. «Reisen Sie! Schauen sie über ihren Tellerrand hinaus!» Das fordert der Redaktor in seinem Editorial.

Die Sonne scheint durchs Fenster. Die Ferne lockt, und jetzt, wo es in Europa Frühling wird, soll ich als Mensch, der über den Tellerrand blickt, Wanderferien auf der Südhalbkugel planen. Treibhausgase? Halb so schlimm. Endlich schneefreie Alpen, und Blumen auf der Blüemlisalp.

Ein anderer Artikel macht mir eine Reise nach Las Vegas schmackhaft. Stolz wird erwähnt, dass Las Vegas vor hundert Jahren nicht viel mehr war als ein kleiner, staubiger Bahnhof. Eine Bahnstation in der Wüste, wo Fernzüge sich kreuzen – dafür könnte ich Fernweh entwickeln. Ich sässe dort auf einer Bank und hätte Zeit, nochmals Dschingis Aitmatov zu lesen.

Zurück zur Realität.

Was suchen wir beim Reisen? Was zieht uns an, worin liegt der Reiz?

Es ist die Veränderung, die Andersartigkeit. Es sind die kulturellen Unterschiede.

Um diese Unterschiede zu spüren, muss man in Europa nicht weit reisen, sondern aufmerksam.

Aber kann man kulturelle Unterschiede wahrnehmen, wenn man seine eigene Kultur kaum kennt?

Auf dem Tisch neben der Kaffeetasse liegt ein grossformatiges Buch, 675 Seiten Glanzpapier, es gehört der Nationalbibliothek: die Glasmalereien im Berner Münster.

Wenn man einen Rundgang durch die Berner Altstadt organisiert, kann etwas Vorbereitung nicht schaden.

 

Tulpen und andere Blüten – anfangs Februar 2019

Kürzlich in Bern an der Ferienmesse, die jeweils im Januar stattfindet. Wir fragen uns, ob es sich lohnen würde, das Angebot von chtour.ch beim nächsten Mal an einem Stand vorzustellen.

Den Besuchern werden Flugreisen und Carreisen angeboten, auch Wanderreisen, wenige Kulturreisen.

Das unsichtbare Prinzip der Anbieter: Das Reiseziel muss weit weg sein. Gut sind Südafrika, Kanada und Australien.

Denn die Veranstalter müssen Geld verdienen. Sie verdienen mit ihren Prozenten auf den Kosten für Transport und Unterkunft. Je weiter die Reise geht, desto eher können sie ihre Fixkosten decken, überleben, einen Profit erwirtschaften. Reiseziele in der Nähe anzubieten lohnt sich kaum.

Und doch gibt es Reiseziele in Europa. Man kann mit dem Car nach Holland fahren, um die Tulpenblüte zu sehen.

Die Cars stehen in einer Halle, sie sind sauber und komfortabel, sehen besser aus als die osteuropäischen Cars, die für ein paar Stunden beim Bärengraben halten, um den fernöstlichen Touristen einen Spaziergang in der Berner Altstadt zu erlauben, bevor sie abends in ein Hotel jenseits der Landesgrenze gefahren werden.

Dass die Tulpen auch hierzulande blühen, erfährt man an der Ferienmesse nicht. Im April blühen sie beispielsweise am Tulpenfestival auf der Promenade am Genfersee, in Morges.

Die SBB hat an der Ferienmesse keinen Stand, um die Besucher an das Tulpenfestival nach Morges zu locken. Verständlich. Der Umsatz der Fahrkarten nach Morges rechtfertigt die Ausgaben für einen Stand nicht. Vielleicht wird der Besuch der Tulpen am Genfersee dafür an einer Ferienmesse in Holland angeboten, wer weiss?

Dafür zeigt die BLS Präsenz.

Beworben werden nicht Reisen in die Region, die die BLS auf den Reklametafeln in ihren Vorortszügen “Bijouland” getauft hat.

Angeboten werden von der BLS Gruppenreisen nach Spitzbergen oder nach Mahé, Seychellen. Bahnreisen gibt es auch. Anreise jeweils per Flugzeug.

Wenn wir uns nicht wehren, bestimmt die ökonomische Logik den Ort unseres Fernwehs.

Kontakt

Anfragen und Anmeldungen für unsere Aktivitäten bitte an chtour@chtour.ch

Wir beantworten Mails in der Regel innert 24 Stunden.

Danke!