Ausflüge und Reisen 2019

Unser Plan für 2019: An jedem ersten Samstag des Monats ein Tagesausflug mit Kultur.

An den Orten, die wir besuchen, interessieren uns die Bezüge zu Geschichte, Literatur, Philosophie und Religion.

Die Ästhetik vergessen wir dabei nicht. Schönheit wird die Welt retten. So hoffen wir zumindest.

MEHRTÄGIGE REISEN 2019

Vom 11.-18. September 2019  verfolgen wir die Spuren der Savoyer-Dynastie in Savoyen und im Piemont. Die Savoyer waren während Jahrhunderten wichtige Nachbarn der Eidgenossen.

Wir besuchen Chambéry und Turin, die beiden Hauptstädte der Savoyer (Bild: Sommerresidenz Venaria Reale), entdecken ihre spirituellen Zentren (Superga, Oropa) und fahren klimafreundlich auf historischen Bahnstrecken.
Genaueres hier.

Vom 13.-20. November sind wir in Baku, der Hauptstadt am Kaspischen Meer. Wir lernen die Aserbaidschaner kennen, eine neue Nation in einem alten Land. Was es in dieser Stadt zu entdecken gibt, erfahren Sie hier.

 

TAGESAUSFLÜGE 2019

3. August, die frühen Habsburger. Wanderung Brugg – Altenburg – Habsburg – Königsfelden. Der Weg führt uns zu vier Orten, die für die frühe Habsburgerdynastie wichtig sind. Kultureller Höhepunkt des Tages ist die Besichtigung der ehemaligen Klosterkirche Königsfelden mit ihren weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Glasfenstern (1320-1360). Details hier.

7. September Solothurn – kleine Stadt mit grosser Geschichte. “Kein Elter Platz in Gallien ist / Dan Solothurn”. So beginnt die Aufschrift am Solothurner Zeitglockenturm. Am Morgen sind wir in der Altstadt unterwegs, am Nachmittag in der von Klöstern und Kapellen geprägten Umgebung der schönen Barockstadt. Details hier.

5. Oktober Mit Friedrich Dürrenmatt am Bielersee und in Neuenburg (Neuchâtel). Der Schriftsteller und der drohende Atomkrieg. Wir sind dran und bereiten den Tag vor.

2. November Ursprünge des Christentums im Gebiet der heutigen Schweiz. In Avenches sehen wir die wohl ältesten christlichen Gegenstände in der Schweiz. Dann besuchen wir das im Jahre 515 gegründete Kloster St. Maurice und seinen Klosterschatz. Und schliesslich besuchen wir etwas ausserhalb des Ortes eine Wallfahrtskapelle, die an die Hinrichtung der legendären Thebäischen Legion erinnert. Details in Vorbereitung.

7. Dezember, Weihnachtsmarkt Montbéliard. Die Stadt (deutsch Mömpelgard) war bis zur französischen Revolution württembergisch und protestantisch. Stadtführung, Besichtigung des Schlosses und des protestantischen «Temple». Zeit, um das Städtchen und den Weihnachtsmarkt selbst zu entdecken. Fahrt via Delle und Belfort (die Bahnlinie war von 1993 bis 2018 ausser Betrieb).

Unsere Preise

Die Teilnahme an unseren Tagesausflügen kostet in der Regel 10 Franken pro Person (nur Barzahlung; in diesem Betrag sind Anreise, Reise-Etappen und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht inbegriffen). Der Betrag wird zu Beginn der Führung einkassiert. Es ist ein bescheidener Beitrag an unsere Kosten, aber kein Nulltarif – denn das, was nichts kostet, wird oft und fälschlicherweise als wertlos angesehen.

Anreise und Rückreise

Die Treffpunkte für die Tagesausflüge sind so gewählt, dass wir Anreise und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehlen können. Für die Tagesausflüge kaufen sich die Teilnehmenden ihre Fahrkarten selbst. In der detaillierten Ausflugsbeschreibung sind Anfangspunkt und Endpunkt der Rundgänge und Führungen erwähnt.

Wir weisen in den Detailinformationen auf die Anreise und Rückreise von und nach Bern hin, weil wir in der Region Bern die meisten Freunde und Bekannten haben. Wir wünschen uns aber Teilnehmerinnen und Teilnehmer von überall! 

Unsere Leistung

Die Organisatoren der Rundgänge und Ausflüge, Michael Tschanz und Ayten Babayeva Tschanz, bereiten sich thematisch vor. Ihre thematischen Erläuterungen dauern in der Regel ein bis zwei Stunden, in verdaulichen Portionen, und an den Orten, die zu den jeweiligen Themen passen.

Verpflegung auf Tagesausflügen

Über die Mittagszeit (etwa 12 bis 13.30 Uhr) verpflegen sich die Teilnehmer selbst. In der Regel finden die Mittagspausen an Orten statt, wo ein gutes Angebot an Restaurants, Imbissstuben und Einkaufsmöglichkeiten besteht.

Anmeldung

Wir bitten auch bei unseren Tagesausflügen um eine Anmeldung per E-Mail an chtour@chtour.ch, wenn möglich einige Tage vor dem Ausflugstermin.

Versicherung während der Tagesausflüge

Die Teilnehmer an Führungen und Tagesausflügen sind für sich selbst verantwortlich. Sie passen auf sich auf und melden sich frühzeitig, wenn sie sich auf Rundgängen und Wanderungen körperlich überfordert fühlen. Bei Tagesausflügen wird von chtour.ch jede Haftung für Teilnehmer abgelehnt.

Gruppen, Vereine, Firmen

Für bestehende Gruppen, Vereine Firmen usw. wiederholen wir die Tagesausflüge gerne zu einem anderen Zeitpunkt.

Participants romands

Dès que nous aurons parmi nous des participants francophones, nous donnerons nos explications dans les deux langues.

Unterstützung

Was Sie tun können, um dieses Angebot zu unterstützen:

  • Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannte und helfen Sie mit, dieses Angebot bekanntzumachen
  • Organisieren Sie Ihren Firmenausflug oder Ihre Vereinsreise mit chtour.ch
  • Schlagen Sie uns Themen vor, die Sie interessieren.

Programm 2020

Wir machen weiter!

Für 2020 planen wir einen thematischen Tagesausflug an jedem dritten Samstag des Monats.

Wir wollen auch vermehrt mehrtägige Reisen anbieten, die der Kultur unserer europäischen Nachbarn gewidmet sind. Geht dies mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Ja, wir haben es ausprobiert.

Unser Programm:

18. Januar 2020 die höchstgelegene Stadt Europas im Winter – La Chaux-de-Fonds, UNESCO-Weltkulturgut (Tagesausflug)

1.-8. Februar 2020 Mailand, Pavia, Genua. Unterwegs zur Republik der Seefahrer beschäftigen wir uns mit einem Schriftsteller und zwei Kirchenvätern.  Genova, la Superba, ist unser Ziel. Kaum eine Stadt wird so sehr unterschätzt. Details hier.

15. Februar Die Kulturstadt: Basel (Tagesausflug)

21. März Die Zukunftsstadt, ville avenir – was ist aus der zweisprachigen Stadt geworden? Biel / Bienne (Tagesausflug)

4. – 12. April (Ostern)  2020 Kathedralen und Champagner. Auf dieser Reise besuchen wir gotische Kathedralen in der Champagne und der Picardie. Hier wurde das Frankenreich vor über 1500 Jahren christlich, hier ist die Gotik entstanden. Die meisten besuchten Städte liegen abseits des Massentourismus. Details hier.

18. April Die andere Zähringerstadt: Vormittags Stadtrundgang in Fribourg, nachmittags Besuch des Klosters Hauterive (Tagesausflug)

2.- 9. Mai 2020 Baden, Württemberg, Hohenzollern. Wo heute Baden-Württemberg ist, waren im 19. Jahrhundert die drei Länder Baden, Württemberg und Hohenzollern. Es geht um die Hohenzollern-Dynastie, um die Literatur der deutschen Romantik, die zum Wiederaufbau fantastischer Schlösser beigetragen hat, um den Unterschied zwischen Baden und Württemberg. Nicht zufällig findet die Reise während der Spargel-Saison statt.

16. Mai Am Vormittag Stadtrundgang in Burgdorf, am Nachmittag das Gotthelf-Museum in Lützelflüh (Tagesausflug)

20. Juni 2020 Wer bleibt bei Bern, und warum? Was hat Bern im Jura verloren? St. Imier, Moutier, Delémont (Tagesausflug)

4. – 11. Juli 2020 Alpenbahnen in Bayern, in Österreich und im Südtirol. Natürlich geht es nicht nur um die Bahnen, sondern um Kultur entlang historischer Verkehrswege.

18. Juli 2020 Zwei Kleinstädte mit Kultur, früher savoyisch, jetzt zu Waadt und Freiburg gehörend: Payerne und Estavayer (Tagesausflug)

22. August 2020 Die Stadt am See und der Wallfahrtsort auf dem Hügel: Luzern und Hergiswald.

19. September 2020 Greyerzerland: Bulle und Gruyères (Tagesausflug)

3.-10. Oktober 2020 Städte der Lombardei – Monza, Bergamo, Brescia, Mantova, Cremona

17. Oktober 2020 Die Stadt Yverdon und ihre Umgebung

21. November 2020 Wir entdecken Lausanne und die terrassierten Weinberge des Lavaux (UNESCO-Weltkulturgut)

19. Dezember 2020 Den letzten Ausflug des Jahres widmen wir einem literarischen Thema, brauchen dafür aber noch etwas Zeit.

Blog

Besançon – anfangs Juli 2019

Eigentlich habe ich den Fahrer des Schienenbusses nur gefragt, ob er die Vorhänge etwas zur Seite schieben könne, damit wir Passagiere das Gleis vor uns erblicken können während der Fahrt.

Seine Antwort: «Kommen Sie nur rein, und stellen Sie Fragen, ich werde mich bemühen, sie zu beantworten».

Der Dieselmotor sprang an, der Zug bewegte sich, fuhr gemächlich über Weichen, verliess den Bahnhof von La Chaux-de-Fonds, liess Wohnblocks und Uhrenfabriken hinter sich, beschleunigte auf der Hochebene. Dann senkte sich die Strecke gegen Le Locle zu, der Lokführer bremste, wir hielten kurz an, fuhren weiter zum Grenzbahnhof Le Locle Col-des-Roches mit seinem verlassenem Gleisfeld für längst verschwundene Güterzüge und an einem leerstehenden Hotel vorbei in den ersten Tunnel.

Dann waren wir in Frankreich, am Hang oberhalb der Strasse mit der Zollstation. Die Strecke senkte sich weiter. Sie sei seit vierzig Jahren nicht saniert worden, meinte der junge Lokführer aus Besançon. Wir sahen die nicht verschweissten, etwas unregelmässig angeordneten Gleisstücke vor uns, man hörte und spürte den charakteristischen Rhythmus eines Zuges. Pflanzen wuchsen zwischen dem Schotter, es rumpelte trotz der bescheidenen Geschwindigkeit, eine langsamere Bahnfahrt kann man sich schwerlich vorstellen, slow travel eben.

Ich wies die mitreisenden Passagiere auf das bescheidene Flüsschen Doubs hin, welches wir vor Morteau überquerten. Dann ging die Fahrt nach einem Halt weiter, gemächlich dem Fluss entlang, dann in die Höhe, vor uns ein weiterer Tunnel, der Lokführer zeigte auf den Zugang zu einem Stollen, den man gebaut hatte, um den Tunnel im Kriegsfall zu sprengen, zu einer Zeit, als Bahnlinien noch militärische Bedeutung hatten.

Am Schluss der Strecke wand die Bahnlinie sich dem hohen Felsen entlang nach unten, auf dem die bekannte Zitadelle von Besançon steht, und von oben sah man wieder den Doubs, der nach einem sehr weiten Umweg ein grosser Fluss geworden war.

In Besançon im Parc Micaud gleich neben der Bahnhaltestelle Mouillère hielt unsere kleine Gruppe vor der Statue von Louis Pergaud, dessen Buch von 1912 «La guerre des boutons» nach dreissig Auflagen immer noch verkauft wird. Dann Kaffee trinken im Café Beaux Arts, anschliessend vor dem bescheidenen Geburtshaus den Gesellschaftstheoretiker Pierre Joseph Proudhon (1809-1865) vorstellen, der die These «Eigentum ist Diebstahl» geprägt hat und der als Typograph und späterer Korrektor die Texte des ebenfalls in Besançon geborenen Frühsozialisten Charles Fourier (1772-1837) gelesen und korrigiert hat.

Im Quartier Battant über die Architektur des Hôtel de Champagney staunen, einen Blick in die klassizistische Kirche der Maria Magdalena werfen, auf einer Terrasse der Place de la Révolution ein gutes Mittagessen verspeisen. Beim Weitergehen die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf das Motto VTINAM lenken, das zur Stadt gehört wie ihr Wappen, ein Adler zwischen zwei Säulen. Das Kunstmuseum besuchen mit dem römischen Neptun-Mosaik und den Gemälden von Lukas Cranach und Pierre Bonnard, dann vor dem Denkmal für Victor Hugo unter den schattenspendenden Kastanien erklären, wie der Autor darauf kam, Besançon als vieille ville espagnole zu bezeichnen.

Im Renaissance-Palast des kaiserlichen Kanzlers Nicolas Perrenod de Granvelle das Uhrenmuseum Musée du Temps besichtigen, dort Titians Porträt des Besitzers nicht übersehen, auch nicht das Porträt Karls des Kühnen ein Jahr vor seinem Tod, nicht den Wandteppich, der die Hochzeit von Kaiser Karl V mit Isabella von Portugal zeigt, die dazu führte, dass im Weltreich der Habsburger die Sonne nie unterging. Auch die allegorischen Gemälde der jungen Frau beachten, die die Franche-Comté vor der Eroberung durch Frankreich darstellen, und natürlich die Präsentation der lokalen Uhrenindustrie.

Schliesslich ein paar Schritte weitergehen auf der Grande Rue, die eine der zwei Hauptachsen der römischen Stadt Vesontio ist, bis zum römischen Triumphbogen Porte noire, der nach einer gründlichen Reinigung ganz weiss erstrahlt, und zur Kathedrale mit den Kapitellen aus dem 11. Jahrhundert, deren Darstellungen man aber kaum genau erkennen kann, weil sie so hoch oben sind und die Scheinwerfer, die die Kirche beleuchten, so blenden.

Wir haben nicht alle Sehenswürdigkeiten gesehen, und sie allein machen eine Stadt nicht aus.

Die Menschen, die am Samstag aus den Aussenquartieren, den Vorstädten und der Umgebung in die Innenstadt kommen und sie bevölkern, bringen eine lebensfrohe Atmosphäre in diese alte und gleichzeitig moderne Stadt, die bisher vom Massentourismus verschont geblieben ist.

Den langsamen Schienenbus von La Chaux-de-Fonds erreichten wir übrigens nur, weil unsere Mitreisenden nicht davor zurückschreckten, kurz entschlossen mit Taxis von Neuchâtel nach La Chaux-de-Fonds zu fahren an diesem Samstagmorgen, als die Bahnstrecke wegen Hitzeschäden unterbrochen war und kein Ersatzbus in Sicht war. Für ihre unbändige Reiselust danken wir ihnen an dieser Stelle.

Nachtrag zu Jacques Chessex – 12. Juni 2019

Der Tagesausflug vom 1. Juni nach Moudon und Ropraz liegt schon einige Tage zurück. Was haben diejenigen verpasst, die nicht daran teilgenommen haben?

Um 09.34 sollte von Bern aus der Zug nach Kerzers fahren, von dort ein Anschlusszug über Avenches durchs Broyetal nach Moudon, lateinisch Minnodunum. Die Stadt liegt an der alten Römerstrasse von Rom nach Helvetien. Geplante Ankunft in Moudon: 11.05 Uhr.

Aber dann, im Bahnhof Bern, die Information, dass der Zug wegen einer Fahrleitungsstörung ausfällt. Eine Umleitungsempfehlung über Lyss überzeugte uns nicht. Via Fribourg und Romont kamen wir rechtzeitig in Moudon an.  Dort trafen wir schliesslich alle 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Fast alle waren pünktlich. Ein Wunder.

Im Chor der Kirche Saint-Etienne setzten wir uns auf die über 500 Jahre alten, geschnitzten Chorstühle. Es gibt da keine Abschrankung, aber Vorsicht beim Herunterklappen der Sitze! Der Ort bietet sich an, um etwas zu erzählen über die Geschichte der Verkehrswege, der Stadt, des Waadtlandes und über Peter II von Savoyen, der im 13. Jahrhundert die savoyische Herrschaft in der Waadt und bis Bern weiterentwickelte.

Von den Chorstühlen aus sieht man die savoyischen Herrschaftszeichen an der Decke, die zur Zeit der Reformation und der bernischen Herrschaft übertüncht waren: das Motto der Dynastie, eine Abkürzung in vier Buchstaben, sowie den Knoten in der Form einer 8, wie am Gebäude in der Altstadt, das als Maison des Etats des Vaud bezeichnet wird.

Moudon, laut Chessex wegen häufigem Regen und Nebel als “Nachttopf des Kantons” bekannt, ist ein kleines Städtchen. Und doch reichte die Zeit auch bei unserem Ausflug nicht für alles.

Im Museum von Alt-Moudon, in einer Sonderausstellung zum Thema Justiz, wäre eine Niederschrift von 1577 des althergebrachten und von Bern anerkannten Rechts zu sehen, le coutumier de Moudon, zusammengestellt dank der grossmütigen Unterstützung der Gnädigen Herren von Bern.

Verpasst haben wir mit der Gruppe auch das sehenswerte Museum Eugène Burnand. Der naturalistische Maler wurde als Offizier der französischen Ehrenlegion  ausgezeichnet.

Den Besuch beider Museen empfehlen wir im Nachhinein wärmstens.

Am Nachmittag des 1. Juni die Busfahrt nach Carrouge im Haut-Jorat. Das Dorf ist die Heimat des Poeten Gustave Roud, der Jacques Chessex beeinflusst hat. Über ihn gibt es ein Filmporträt des Westschweizer Fernsehens RTS von 1965, ein frühes Werk des Filmemachers Michel Soutter, der zu den Pionieren des nouveau cinéma suisse gehört. Man muss sich Zeit lassen für den Film in schwarz-weiss, er dauert 31 Minuten. Man könnte es «slow TV» nennen, in Analogie zu slow food und slow travel :  https://www.rts.ch/archives/tv/culture/personnalites-suisses/4101192-gustave-roud.html

Nach einem Spaziergang, der in der sommerlichen Hitze etwas Anstrengung abverlangt, Ankunft im Dorf Ropraz, in dem der streitbare Jacques Chessex gelebt hat.

Die Rettung. Alain Gilliéron von der Fondation L’Estrée versorgt und verwöhnt unsere Gruppe sehr grosszügig mit Wasser, Weisswein, Kuchen und Erinnerungen an den befreundeten Schriftsteller. In der Kapelle neben dem Café de la Poste liest er uns das Gedicht La Mère.

Am 16. April 1942 wurde der jüdische Viehhändler Arthur Bloch in Payerne ermordet, von einer Gruppe lokaler Nationalsozialisten. Chessex, in Payerne geboren, war damals acht Jahre alt. Die Tochter des Mannes, der sich schon als Gauleiter sah, besuchte seine  Klasse. Un juif pour l’exemple beschreibt den Mord genau. Als das Buch anfangs 2009 erschien, wurde Chessex angefeindet. Im Oktober desselben Jahres starb er während einer Veranstaltung in der Bibliothek von Yverdon. Zum Gedenken an seinen Tod sind 2019 verschiedene Gedenkveranstaltungen geplant.

Jacques Chessex hat mehrmals über den Friedhof geschrieben, neben dem er früher lebte und in dem er heute liegt. Tod und Sexualität: Chessex hat heikle Themen behandelt. Kompromisslos.

Manchmal war er nicht nur ehrlich, sondern auch provokativ. In seinem Text On est de Berne, der im Portrait des Vaudois von 1969 zu finden ist, beschreibt er die bernischen Eroberer der Waadt,  la bande à Naegeli.

Mit der Armee der Eroberer von 1536, deren Gutturallaute die Waadtländer nicht verstehen können, fährt ein begeisterter Passagier mit. D’un fourgon aux essieux grinçants sort la tête exultante de Charles Gilliard, und später: On est de Berne! crie Charles Gilliard qui sautille en battant les mains. Und so geht es weiter.

Gilliard war auch mal Gymnasiallehrer in Lausanne, wie Chessex, aber Lehrer für Latein. Nach eingehendem Studium der mittelalterlichen Originaldokumente publizierte er 1929 ein 732 Seiten starkes Werk über die Verwaltung von Moudon durch die Savoyer, akribisch recherchiert, voller Quellenangaben, 1935 dann ein Buch über die Eroberung der Waadt durch die Berner. Ohne die Berner hätte die Reformation in Genf kaum überlebt, glaubt Gilliard, und er meint, dass die bernische Zeit entscheidend gewesen sei für die Herausbildung einer eigenen Identität der Waadtländer.

Die Ansicht ist plausibel. Um eine weitere konfessionelle Spaltung der Eidgenossenschaft zu verhindern, überliessen die Berner nämlich weite Gebiete der früher savoyischen Waadt den katholischen Freiburgern und Wallisern. Die Menschen, die dort lebten, waren bald nicht mehr Waadtländer, sondern wurden Freiburger und Walliser.

Klar ist mir, dass Chessex mit Gilliard nicht einverstanden war. Aber warum?

Charles Gilliard starb 1944. Er konnte sich nicht wehren gegen den Platz auf einem Wagen mit quietschenden Achsen inmitten der bernischen Streitmacht , den Chessex ihm 1969 zuwies. Und da auch Chessex vor zehn Jahren gestorben ist, können wir ihm dazu keine kritischen Fragen mehr stellen.

Bei den Savoyern – 24. Mai 2019

An zwei Tagen Mitte Mai fegte eine stürmische Bise über Savoyen und sorgte für kühles Wetter mit blauem Himmel. Wir benutzten die Zeit für eine Fahrt nach Chambéry und den Lac de Bourget.

Die Reise war erholsam, diente aber auch der Vorbereitung der ersten mehrtägigen Reise von chtour.ch, die vom 11. bis 18. September 2019 stattfindet. Dabei geht es um die Dynastie der Savoyer.

Wir wissen jetzt, wie viele Minuten zu Fuss man vom Bahnhof Chambéry zum Hotel braucht. Wir wissen auch, in welches Restaurant wir die Teilnehmer am ersten Abend zu einem innovativen menu découverte einladen wollen, und welche bretonischen Buchweizen-galettes wir für ein leichtes Mittagessen empfehlen können. Und wir werden uns bewusst, wieviel es in Chambéry zu sehen gibt  und wozu die Zeit nicht reicht.

In Aix-les-Bains haben wir uns die Haltestelle gemerkt, wo der Bus zum Hafen fährt. Am Hafen Parks, eine Strandpromenade, Restaurants, und das Schiff zur Abteikirche am gebirgigen Ufer, wo Mitglieder der Dynastie begraben sind. Das grösste Grabmal ist ausgerechnet dem Grafen gewidmet, der für die bernische Geschichte eine besondere Rolle spielt.

Die Altstadt von Chambéry war für uns eine Überraschung. Es gibt einige malerische Winkel, noch nicht restaurierte Innenhöfe.

Nach unserem Besuch habe ich die Schriften des savoyischen Patrioten gesucht, dessen Statue den Treppenaufgang zum herzoglichen Schloss überragt. Joseph de Maistre lebte während der französischen Revolution und der napoleonischen Kriege im Exil, zuerst im bernischen Lausanne, dann als Vertreter des Königs von Sardinien in Sankt Petersburg. Seine Publikationen bereiteten die monarchistische Restauration Europas vor, die am Wiener Kongress beschlossen wurde.

Vor Chambéry ist aber am 1. Juni die Stadt Moudon auf dem Programm, die savoyische Hauptstadt des Waadtlandes. Und die wuchtige Literatur des Jacques Chessex.

Maibummel – 8. Mai 2019

Für den 4. Mai lautete die Wetterprognose: anhaltender Regen, der in Schnee übergeht.

Der angekündigte Maibummel fand trotzdem statt. Am Zielort im luzernischen Ruswil besichtigte die kleine, für jedes Wetter ausgerüstete Gruppe die 55 Meter lange, imposante Dorfkirche mit ihrem illusionistischen Deckengemälde, das den Blick frei gibt auf einen blauen Himmel, in dem die Muttergottes entschwindet.

Erst als wir aus der Kirche traten, begann der Regen. Wir spannten die Regenschirme auf und gingen zur nahen Bushaltestelle. Starker Regen prasselte während der Fahrt an die Scheiben. Am späten Abend verwandelten sich die Regenfälle in einen Schneesturm. Und gestern sahen die Voralpen im Gantrischgebiet so aus – weiss mit schwarzen Felsen.

Wenn man zu Fuss zwischen zwei Dörfern im Mittelland unterwegs ist, sieht man, wie sehr das Land zugebaut ist. Man kann sich darüber ärgern. Man kann sich auch freuen an den Bildausschnitten, die den Eindruck von Ursprünglichkeit vermitteln. Erfreulich ist jedenfalls, wie die Bevölkerung ihre jahrhundertealten Heiligenstatuen erhalten hat.

Vor der Kapelle von St. Ottilien warten wir kurz, bis ein Kleinkind getauft ist. Dann können wir eintreten und die Votivbilder in den Seitenkapellen genauer anschauen, die sonst mit Eisengittern abgeschlossen sind. Die Bilder zeugen davon, dass die heilige Ottilie in der Vergangenheit bei Augenleiden geholfen hat.

Vielleicht kann Ottilie nicht nur bei der Sicht helfen, sondern auch bei der Sichtbarkeit? Wir wünschen uns jedenfalls noch eine verbesserte Sichtbarkeit von chtour.ch in den Medien.

Ein erstes Resultat gibt es zu erwähnen. Henriette Brun-Schmid von der Könizer Zeitung hat einen Artikel geschrieben über unseren Versuch, eine neue Art des Reisens zu entwickeln. Um ihr ein Beispiel für unbekannte Kultur in der Nähe zu zeigen, bin ich mit ihr nach Hindelbank gefahren

Auferstehung kann man sich schwer vorstellen, bis man die Skulptur gesehen hat, von der der Tourist Johann Wolfgang von Goethe berichtet hat.

Den Artikel, der Ende April erschienen ist, finden Sie hier.

Chambrelien – Ostern 2019

Mit dem Schnellzug in die Natur?

Das kann doch nicht sein. Schnellzüge halten in den Städten.

Aber eine Ausnahme gibt es.

Wer mit dem Zug von Bern über Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds fährt, erlebt, dass der Zug kurz hält und dann in entgegengesetzter Fahrtrichtung weiterfährt. So ist es seit 1859. Jeder Zug muss hier wenden.

Während der Bundesrat 2018 vorgeschlagen hat, den Kopfbahnhof mit einem Tunnel zu umfahren, beschliesst der Ständerat im März 2019, eine neue Bahnlinie zwischen den beiden grossen Städten des Kantons zu bauen.

Chambrelien liegt 44 Minuten von Bern. Der Bahnhof ist nicht bedient. Das Bahnhofbuffet scheint verlassen. Einige Pendler haben ihre Autos abgestellt.

Man hört das Motorengeräusch des wegfahrenden Zuges, dann nur noch summende Insekten.

Ein Werktag vor Ostern, Frühlingshitze, frisches Grün, Blüten. Der Wanderweg führt in die Kalksteinfelsen am Südhang über der Areuseschlucht. Gegenüber auf der anderen Talseite die dunkle Wand des Creux-du-Van.

Zwei Lebewesen, Gemsen, die sich verwundert nach mir umblicken.

Ein Aussichtspunkt. Weit unten in der Schlucht erblickt man die Bahnlinie Neuenburg-Pontarlier mit ihren Tunneln. Die Tunnel sind breit, für eine Doppelspur gebaut. Die ist nicht mehr notwendig. Die direkten Züge von Bern nach Paris, die von Bern in den Westen fuhren, verkehren hier schon lange nicht mehr. Der verbleibende direkte TGV macht einen Umweg über Mülhausen, über 100 Kilometer im Norden.

Der Weg nähert sich langsam den Geleisen. Neue Gitternetze schützen die Bahn vor Steinschlag. Die Steinbrocken auf dem Wanderweg zeigen, dass es die Netze braucht.

Nach einer guten Stunde komme ich zur Bahnhaltestelle Champ-du-Moulin. Unten am kühlen Fluss ist das Hôtel de la Truite. Tische und Stühle stehen draussen an der Sonne. Der Mann an der Bar wünscht sich für Ostern viele Besucher.

Die Qual der Wahl: dortbleiben, weiter flussaufwärts wandern, weiter flussabwärts. Abwärts geht es leichter, das Tal ist breit, Jogger rennen, Familien wandern, es zeigen sich keine Gemsen mehr. Das Tal verengt sich, der Fussweg führt über Treppen und Brücken durch eine dramatische Schlucht, bis sich diese wieder weitet.

In Boudry, kurz vor der Tramhaltestelle, das Geburtshaus von Jean-Paul Marat, ermordet in Paris in der Badewanne. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vergangenheitsbewältigung – 7. April 2019

Das Schloss Trachselwald zeigte sich beim gestrigen Tagesausflug von seiner düsteren Seite. Die Sonne, die sich anfänglich über dem tiefen Morgennebel erhoben hatte, versteckte sich. Ein bissig kalter Wind wehte durch den Innenhof. Nassschnee löste sich von den steilen Dächern und zerplatzte auf dem grauen Pflaster, während Martin Hunziker, langjähriger Pfarrer der Langnauer Täufergemeinde, erzählte, wie Trachselwald jahrhundertelang das Zentrum der Verfolgung der Täufer war, die sich weigerten, ihre Kinder taufen zu lassen, Kriegsdienst zu leisten und den Treueeid auf die Obrigkeit zu schwören.

Im Turm stiegen wir auf engen, steilen Treppen nach oben. Eiserne Handschellen und ein schwerer, verschliessbarer Balken mit Öffnungen für die dünnste Stelle der Unterschenkel diente zur Fixierung von gefährlichen Gefangenen im sogenannten Mörderkasten.

Der Bauernführer Niklaus Leuenberger war 1653 im Turm gefangen, bevor man ihn auf der alten Landstrasse über die Wägesse nach Bern brachte, wo er zum Tod verurteilt, geköpft und zur Abschreckung der Bevölkerung gevierteilt wurde.

Sobald wir das Schloss verliessen, zeigte sich die wärmende Sonne. Wir wanderten über eine Anhöhe mit Blick auf die Hochalpen und erreichten schliesslich den Haslebacher Hof, auf dem der letzte in Bern hingerichtete Täufer lebte. Die Familie Haslebacher hütet hier ihren Stammbaum, Tonaufnahmen des Haslebacher Lieds und andere Erinnerungen an Besuche bei den Amischen in Pennsylvanien sowie eine 1553 gedruckte Bibel, die wohl dem berühmten Vorfahren gehört hat.

Warum Trachselwald besuchen?

Zur Vergangenheit Berns gehört auch Trachselwald.

Der Ausflug nach Trachselwald folgte auf einen Stadtrundgang durch das UNESCO-Weltkulturgut Berner Altstadt. Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Die Landvogtei Trachselwald und der spätere Amtsbezirk Trachselwald grenzen im Osten an das Luzernbiet, das wir auf einem Ausflug am 4. Mai erkunden.

Der gute Schächer – 3. März 2019

“Der gute Schächer”, so wird die Glasmalerei von 1449 genannt, die auf der Ankündigung für unseren gestrigen Rundgang durch Berns Altstadt abgebildet ist.

Sie ist Teil eines Zyklus, von dem nur noch ein Teil der Scheiben erhalten ist.

Jede Bernerin, jeder Berner ist im Münster gewesen. Aber wer hat das Bild beachtet?

Ich selbst bin da keine Ausnahme. Erst die böse Absicht, den Bernern auf einem Rundgang Dinge zu zeigen, die sie in ihrer eigenen Stadt weder beachten noch verstehen, hat mich zu einer Beschäftigung mit den Glasmalereien im Münster geführt.

Ich habe die kleine Gruppe von Teilnehmern auf unserem Rundgang gefragt, was sie auf dem Bild sehen.

«Ein Mann, auf ein Kreuz gebunden, aber nicht Jesus. Und ist da noch eine zweite Person?»

Schächer ist ein altes Wort, es bedeutet wohl am ehesten Raubmörder.

Zwei solche Verbrecher werden mit Jesus hingerichtet. Der eine bereut seine Taten und bekehrt sich. Der sterbende Jesus, ans Kreuz genagelt, verspricht ihm, dass er noch am selben Tag ins Paradies kommt.

Man sieht auf dem Bild, wie die als Gestalt in der Grösse eines Kindes dargestellte Seele des Verbrechers von einem Engel aufgenommen wird.

Der Grundstein für das Münster wurde sechs Jahre nach der Eroberung des Aargaus gelegt, in einer Zeit, in der ein neues Selbstbewusstsein nach einer neuen Kirche verlangte.

Nach dem Einsetzen der Glasfenster fehlte noch eine wichtige Reliquie. Aber nicht lange. Den Kopf des heiligen Vinzenz stahl ein schneller Berner in Köln.

Was geschah mit dem Kopf nach der Reformation?

Sonderheft Reisen – 20. Februar 2019

Heute morgen beim Kaffee stosse ich beim Durchblättern der Post auf das Sonderheft Reisen, eine Beilage in der Gratis-Zeitschrift des Unternehmens, das als Konsumverein angefangen hat.

Auf sieben Seiten werden sieben Gründe für eine Reise auf die Insel La Réunion im Indischen Ozean vorgestellt. Am Schluss erfahre ich als Leser, dass ein Schweizer Reisebüro eine Wanderreise dorthin anbietet, fünfzehn Tage ab 5450 Franken. «Reisen Sie! Schauen sie über ihren Tellerrand hinaus!» Das fordert der Redaktor in seinem Editorial.

Die Sonne scheint durchs Fenster. Die Ferne lockt, und jetzt, wo es in Europa Frühling wird, soll ich als Mensch, der über den Tellerrand blickt, Wanderferien auf der Südhalbkugel planen. Treibhausgase? Halb so schlimm. Endlich schneefreie Alpen, und Blumen auf der Blüemlisalp.

Ein anderer Artikel macht mir eine Reise nach Las Vegas schmackhaft. Stolz wird erwähnt, dass Las Vegas vor hundert Jahren nicht viel mehr war als ein kleiner, staubiger Bahnhof. Eine Bahnstation in der Wüste, wo Fernzüge sich kreuzen – dafür könnte ich Fernweh entwickeln. Ich sässe dort auf einer Bank und hätte Zeit, nochmals Dschingis Aitmatov zu lesen.

Zurück zur Realität.

Was suchen wir beim Reisen? Was zieht uns an, worin liegt der Reiz?

Es ist die Veränderung, die Andersartigkeit. Es sind die kulturellen Unterschiede.

Um diese Unterschiede zu spüren, muss man in Europa nicht weit reisen, sondern aufmerksam.

Aber kann man kulturelle Unterschiede wahrnehmen, wenn man seine eigene Kultur kaum kennt?

Auf dem Tisch neben der Kaffeetasse liegt ein grossformatiges Buch, 675 Seiten Glanzpapier, es gehört der Nationalbibliothek: die Glasmalereien im Berner Münster.

Wenn man einen Rundgang durch die Berner Altstadt organisiert, kann etwas Vorbereitung nicht schaden.

Tulpen und andere Blüten – anfangs Februar 2019

Kürzlich in Bern an der Ferienmesse, die jeweils im Januar stattfindet. Wir fragen uns, ob es sich lohnen würde, das Angebot von chtour.ch beim nächsten Mal an einem Stand vorzustellen.

Den Besuchern werden Flugreisen und Carreisen angeboten, auch Wanderreisen, wenige Kulturreisen.

Das unsichtbare Prinzip der Anbieter: Das Reiseziel muss weit weg sein. Gut sind Südafrika, Kanada und Australien.

Denn die Veranstalter müssen Geld verdienen. Sie verdienen mit ihren Prozenten auf den Kosten für Transport und Unterkunft. Je weiter die Reise geht, desto eher können sie ihre Fixkosten decken, überleben, einen Profit erwirtschaften. Reiseziele in der Nähe anzubieten lohnt sich kaum.

Und doch gibt es Reiseziele in Europa. Man kann mit dem Car nach Holland fahren, um die Tulpenblüte zu sehen.

Die Cars stehen in einer Halle, sie sind sauber und komfortabel, sehen besser aus als die osteuropäischen Cars, die für ein paar Stunden beim Bärengraben halten, um den fernöstlichen Touristen einen Spaziergang in der Berner Altstadt zu erlauben, bevor sie abends in ein Hotel jenseits der Landesgrenze gefahren werden.

Dass die Tulpen auch hierzulande blühen, erfährt man an der Ferienmesse nicht. Im April blühen sie beispielsweise am Tulpenfestival auf der Promenade am Genfersee, in Morges.

Die SBB hat an der Ferienmesse keinen Stand, um die Besucher an das Tulpenfestival nach Morges zu locken. Verständlich. Der Umsatz der Fahrkarten nach Morges rechtfertigt die Ausgaben für einen Stand nicht. Vielleicht wird der Besuch der Tulpen am Genfersee dafür an einer Ferienmesse in Holland angeboten, wer weiss?

Dafür zeigt die BLS Präsenz.

Beworben werden nicht Reisen in die Region, die die BLS auf den Reklametafeln in ihren Vorortszügen “Bijouland” getauft hat.

Angeboten werden von der BLS Gruppenreisen nach Spitzbergen oder nach Mahé, Seychellen. Bahnreisen gibt es auch. Anreise jeweils per Flugzeug.

Wenn wir uns nicht wehren, bestimmt die ökonomische Logik den Ort unseres Fernwehs.

Über uns

chtour.ch ist eine gemeinsame Unternehmung von Michael Tschanz und Ayten Babayeva Tschanz.

Die beiden haben sich 1993 in der Stadt Baku am Kaspischen Meer kennengelernt.

Er arbeitete für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Es herrschte Krieg im Gebiet um Bergkarabach.

Sie unterrichtete Philosophie und Religionsgeschichte an der Universität.

In der Freizeit machten sie ungewöhnliche Ausflüge, zum Beispiel in die Erdölfelder am Stadtrand.

Inzwischen sind wir etwas älter.

Wir machen weiterhin mit Leidenschaft ungewöhnliche Ausflüge und Reisen. Unsere Ausflüge und Reisen sollen thematisch interessant und finanziell günstig sein.

Mit Kultur?

Kultur ist mehr als die Fassade von denkmalgeschützten Gebäuden. Wir wollen wissen, wer da gebaut und gewohnt hat. Wir wollen das, was uns erhalten geblieben ist, in seiner Zeit begreifen, in seinem Kontext verstehen. Unsere Ausflüge und Reisen sind deswegen auch Zeitreisen. Und weil Zeitreisen Zeit brauchen, sind wir vorzugsweise langsam unterwegs. Man kann es slow travel nennen, analog zu slow food.

Wir haben den Eindruck, dass Flugreisen und Kreuzfahrten zur Zerstörung der Welt beitragen.

Vielleicht wird es uns gelingen, zu einer bewussteren Reise-Kultur beizutragen, die Genuss ohne Zerstörung ermöglicht.

Wenn Sie unser Angebot bekanntmachen, helfen Sie uns dabei.

Kontakt

Anfragen und Anmeldungen für unsere Aktivitäten bitte an chtour@chtour.ch

Wir beantworten Mails in der Regel innert 24 Stunden.

Wenn Sie innert 24 Stunden keine Antwort erhalten haben, dann ist unsere Antwort vermutlich von Ihrem Mail-Programm als Spam abgelegt worden.

Briefpost-Adresse: chtour GmbH, Strassweidweg 106, CH-3147 Mittelhäusern

Falls es mit der elektronischen Post nicht klappt oder Sie grundsätzlich eine telefonische Auskunft wünschen, öffnen Sie die Detailbeschreibung eines Ausflugs oder einer Reise. Am Ende jeder Beschreibung finden Sie eine Telefonnummer für Auskünfte. Kontaktieren sie uns ungeniert per Telefon oder SMS.

Danke!