Ausflüge und Reisen mit Kultur? An den Orten, die wir besuchen, lieben wir das Schöne und Gute, beachten aber auch das Hässliche und Böse. Wir interessieren uns für Kunst, Literatur, Geschichte, Philosophie, Religion. Wir bemühen uns, kulturelle Werke in ihrer Zeit zu verstehen und in ihrem Verhältnis zu politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen zu würdigen. Wir besuchen neue Orte und entdecken Neues an bekannten Orten. Wir organisieren grossartige Reisen für kleine Gruppen.
Europa ist ein phantastischer, von der Natur begünstigter und kulturell vielfältiger Teil des eurasischen Kontinents. Hier wurden philosophische Gedankengebäude und Staatsformen erdacht, hier wurden Kathedralen gebaut, Kunststile entwickelt, neue Waffen erdacht und eingesetzt. Europa wurde mächtig und beherrschte die Welt.
Zwei Weltkriege haben die Europäer schon angezettelt. Europa wurde zerstört und wieder aufgebaut. Eine Entwicklung zum Frieden schien sich anzubahnen. Doch seit dreieinhalb Jahrzehnten zeigen sich die europäischen Eliten unwillig und unfähig, Kriege in Europa zu verhüten oder durch Dialog und Vereinbarungen zu beenden. Und heute, reden sie mit dem Feind? Suchen sie Kompromisse, Wege zum Frieden? Sie rüsten auf, fordern Kriegsbereitschaft, ruinieren Wirtschaft und Sozialstaat, unterwerfen sich dem Imperium im Westen, liefern Waffen für den Genozid* im Heiligen Land und erteilen dem Rest der Welt noch moralische Lektionen.
Trotz des Niedergangs fühlen wir uns mit Europa verbunden und wollen auch in finsteren Zeiten Europa entdecken und verstehen.
Dabei sind wir achtsam unterwegs. Wir schonen unsere Nerven und das Klima und fahren mit der Bahn, vorzugsweise auf Bahnlinien, die einen ästhetischen Genuss bieten. Wir reisen nach Möglichkeit dann, wenn nicht alle anderen unterwegs sind. Auch die Schweiz ist für uns kein abgehaktes Thema. Darum machen wir auch Tagesausflüge im eigenen Land.
Unsere Ausflüge und Reisen sind einmalig. In der Regel führen wir sie kein zweites Mal durch. Ausserdem schreiben wir über jeden Ausflug und jede Reise einen Bericht, der zur Erinnerung dient, zur weiteren thematischen Beschäftigung anregen soll und als Inspiration für eigene Entdeckungen dienen darf.
Unsere Reisen machen wir für Kleingruppen von 6 bis 10 Personen. Sie kosten nicht viel, das sagen unsere Mitreisenden, und wir zahlen uns keinen Lohn. Die Kulturreisen haben wir selbst gemacht und thematisch vorbereitet. Wir begleiten sie persönlich. Wenn Sie eine Reise mit uns buchen möchten, dann bitten wir Sie, die detaillierten Reisebeschreibungen im PDF-Format zu lesen. Dort erfahren Sie, was genau wir anbieten und zu welchen Konditionen.
Ausflüge und Reisen 2025
21. Februar 2026: St. Gallen

Wenn wir einen Blick zurückwerfen auf unsere Tagesausflüge der letzten Jahre, dann zeigt sich, dass wir die Ostschweiz vernachlässigt haben. Das wollen wir ändern.
Wir beschäftigen uns in St. Gallen mit Gallus und seinem Meister Columban, mit der Bedeutung des Klosters im karolingischen und ottonischen Europa, mit den Dokumenten aus dieser Zeit in der Stiftsbibliothek, mit der Beziehung zwischen der Fürstabtei und der Stadt und mit der im 18. Jahrhundert erbauten Kathedrale, durch die uns ein Theologe führt. Der Stiftsbezirk ist von der UNESCO seit 1983 als Weltkulturerbe anerkannt.
Bei einem Rundgang durch die Stadt befassen wir uns auch mit der Schaffung des Kantons 1803, mit der Textilindustrie und schliesslich mit dem in der Stadt geborenen Journalisten und Schriftsteller Niklaus Meienberg (1940-1993). Details hier
5. – 17. März 2026: Städtische Kultur in der Emilia-Romagna

Die Emilia-Romagna ist für uns auf dieser Reise nicht einfach wie bisher eine Transitzone, die wir mit 300 km/h durchqueren, sondern erstmals unser Reiseziel. Wir besuchen die Städte Rimini, Cesena, Ravenna, Ferrara, Bologna, Modena, Parma und Piacenza sowie das Kloster Bobbio im Apennin. Fünf der besuchten Orte gelten als UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Renaissance war eine Blütezeit in der Emilia-Romagna. Uns interessiert aber auch das römische Erbe, in Ravenna und Bobbio das frühe Christentum, in Modena die romanische Architektur, in Piacenza die Malerei des 19. Jahrhunderts und überall die Gegenwart. Zu dieser gehören anfangs März auch die Temperaturen, die in Norditalien meist einige Grade wärmer sind als in der Schweiz. Hier geht’s zum Reiseprogramm
16. Mai 2026: Coppet und Nyon

Der Ausflug vom 16. Mai 2026 führt uns nach Coppet und Nyon am Genfersee.
In Coppet besuchen wir das Schloss von Germaine de Staël, das der Genfer Bankier Jacques Necker im damals bernischen Coppet für seine Tochter gekauft hatte. Die eigenwillige Denkerin wurde in Paris geboren, wuchs dort auf, lebte in den ersten Revolutionsjahren in Paris und versuchte als Publizistin und durch ihre Beziehungen, die politische Entwicklung in Frankreich zu beeinflussen. Sie war einflussreich, konnte sich aber nicht durchsetzen. Madame de Staël wurde aus Frankreich ausgewiesen, ihr bekanntestes Buch De l’Allemagne wurde im napoleonischen Frankreich verboten. Hier geht’s zum Tagesprogramm
9. – 19. Juni 2026: Goethe, Schiller, Bach und Tübke

Tönt der Titel nicht wie der Beginn eines trochäischen Vierhebers? Wir befassen uns auf unserer Reise aber nicht nur mit den vier oben genannten Herren, sondern auch mit Herder und Wieland, mit der Herzogin Anna Amalia, mit den Reformatoren Martin Luther und Thomas Müntzer, mit Philosophen wie Johann Gottlieb Fichte, mit Romantikern wie Ludwig Tieck sowie Wilhelm und Caroline Schlegel.
Wir sind im Juni 2026 auf den Spuren der klassischen deutschen Kultur im heutigen Bundesland Thüringen unterwegs. Wir besuchen dabei das weltbekannte Weimar sowie die Städte Eisenach, Gotha, Mühlhausen, Erfurt, Bad Frankenhausen, Jena und Gera. Neben der Klassik beschäftigt uns die Romantik, die Kaiserzeit, die Weimarer Republik, der Nationalsozialismus, die Deutsche Demokratische Republik, die Wende und nicht zuletzt die Gegenwart. Im Moment scheint es, dass diese Reise schon ausgebucht ist. Das kann sich aber noch ändern. Eine Warteliste haben wir. Genaueres in unserer Reisebeschreibung
29. August 2026: Was haben die Kirche Hindelbank und das Schloss Spiez gemeinsam? Das zeigt sich auf unserem Tagesausflug, zu dem eine Mittagspause in der Berner Altstadt gehört.
14. bis 27. September 2026: Lüttich, Brabant, Flandern, Hennegau
Gold, Silber, Teppiche und andere Kostbarkeiten erbeuteten die Eidgenossen 1476 als Teil der Burgunderbeute. Woher kam dieser Reichtum? Aus dem Gebiet des heutigen Burgunds? Er kam vor allem aus den tieferliegenden burgundischen Gebieten, die wir auf dieser Reise besuchen, aus Lüttich, Brabant, Flandern und dem Hennegau, besonders aus den damaligen Hafenstädten. Also aus dem heutigen Belgien. Die reichen Städte zogen Künstler an. Diese schufen zur Zeit der Renaissance Kunstwerke, die wir auf dieser Reise betrachten.
Uns interessiert auch das moderne mehrsprachige Land, das manchmal mit der Schweiz verglichen wird. Hier geht’s zum Programm unserer Reise
28. November 2026: Airolo und Ligornetto. Bei diesem Ausflug ins Tessin mit einer Mittagspause in Bellinzona beschäftigen wir uns mit dem seinerzeit berühmten Tessiner Bildhauer Vincenzo Vela.
Ausblick
Für den Januar 2027 haben wir eine kontrastreiche Winterreise durch die Alpen von Grenoble über Aix-en-Provence nach Marseille vorgesehen. Bis Februar 2026 wissen wir, ob aus dieser Idee etwas wird.
Für April 2027 planen wir eine Reise per Bahn vom Baskenland der Küste entlang nach Kantabrien, Asturien und Galizien.
Im Spätsommer oder Herbst 2027 wollen wir Transleithanien kennenlernen.
Schreiben Sie uns frühzeitig, falls Sie interessiert sind, dann sind Sie auf unserer Liste der Mitreisenden. Manchmal sind unsere Reisen schon früh ausgebucht.
Genaueres zu unseren Tagesausflügen
Durchführung und Preise: Alle angekündigten Tagesausflüge finden statt, unabhängig von der Anzahl der angemeldeten Personen. Die Teilnahme kostet bescheidene 10 Franken (nur Barzahlung; in diesem Betrag sind Eintritte und die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht inbegriffen). Der Beitrag wird zu Beginn der Führung einkassiert.
Anreise und Rückreise: Die Treffpunkte für die Tagesausflüge sind so gewählt, dass wir Anreise und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehlen können. Für die Tagesausflüge kaufen sich die Teilnehmenden ihre Fahrkarten selbst. In der detaillierten Ausflugsbeschreibung steht, wo wir uns treffen.
Unsere Leistung: Die Organisatoren der Rundgänge und Ausflüge, Michael Tschanz und Ayten Babayeva Tschanz, bereiten sich thematisch vor. Ihre thematischen Erläuterungen dauern in der Regel ein bis zwei Stunden, in verdaulichen Portionen, und an den Orten, die zu den jeweiligen Themen passen.
Verpflegung: Über die Mittagszeit (etwa 12 bis 13.30 Uhr) verpflegen sich die Teilnehmenden selbst. In der Regel finden die Mittagspausen an Orten statt, wo ein gutes Angebot an Restaurants, Imbissstuben und Einkaufsmöglichkeiten besteht.
Versicherung, Haftung: Die TeilnehmerInnen passen auf sich auf und melden frühzeitig, wenn sie sich überfordert fühlen. Die Organisatoren lehnen bei den Tagesausflügen und Rundgängen jede Haftung ab.
Anmeldung: Wir bitten auch bei unseren Tagesausflügen um eine Anmeldung per E-Mail an chtour@chtour.ch
* Den Begriff verwenden wir gestützt auf ein UNO-Dokument vom September 2025 mit dem Titel Legal analysis of the conduct of Israel in Gaza pursuant to the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide; hier zu finden: https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/sessions-regular/session60/advance-version/a-hrc-60-crp-3.pdf
