Ausflüge und Reisen 2019

An jedem ersten Samstag des Monats organisiert chtour.ch einen Tagesausflug mit Kultur.

An den Orten, die wir besuchen, interessieren uns die Bezüge zu Geschichte, Literatur, Philosophie und Religion.

Die Ästhetik vergessen wir dabei nicht. Schönheit wird die Welt retten. So hoffen wir zumindest.

MEHRTÄGIGE REISEN 2019

Vom 11.-18. September 2019  verfolgen wir die Spuren der Savoyer-Dynastie in Savoyen und im Piemont. Die erste Aarebrücke in Bern wurde unter Peter von Savoyen gebaut. Wer sind die Savoyer?

Wir besuchen Chambéry und Turin, die Hauptstädte der Savoyer, entdecken ihre spirituellen Zentren und fahren durch den ältesten Eisenbahntunnel der Alpen. 
Genaueres hier.

Vom 13.-20. November sind wir in Baku, der Hauptstadt am Kaspischen Meer. Wir lernen die Aserbaidschaner kennen, eine neue Nation in einem alten Land. Details nächstens hier.

Genova – la Superba, 26.-30. Dezember. Kaum eine Stadt wird so sehr unterschätzt. Details hier.

 

 

 

TAGESAUSFLÜGE 2019

4. Mai, spiritueller Maibummel im Luzernbiet. Wir entdecken die Stadt Sursee und die barocken Kirchen und Wallfahrtskapellen aus der Zeit der Gegenreformation in den Gemeinden Buttisholz und Ruswil. Gehzeit knapp zwei Stunden. Details hier.

1. Juni, ins Waadtland zu Jacques Chessex. Wir reisen nach Moudon und Ropraz und beschäftigen uns mit dem preisgekrönten Schriftsteller Jacques Chessex, der vor zehn Jahren im Zorn gestorben ist.  Gehzeit etwa eineinhalb Stunden. Details hier. 

6. Juli, Besançon – langsam nach Frankreich. Nicht mit dem TGV, sondern in einem Schienenbus mit Dieselmotor fahren wir in die Hauptstadt der Franche-Comté. Zwei kurze Rundgänge. Früh aufstehen – Bern ab 06.53. Details hier.

3. August, die frühen Habsburger. Wanderung Brugg-Altenburg-Habsburg-Königsfelden. Wir besuchen die Ursprungsorte der Habsburgerdynastie. Höhepunkt des Tages ist die Besichtigung der ehemaligen Klosterkirche Königsfelden mit ihren mittelalterlichen Glasfenstern. Details hier.

7. September, Solothurn. Rundgang durch das Zentrum,  Besuch eines ehemaligen Landsitzes, Wanderung durch die Verena-Schlucht. Söldnertum und barocke Pracht, Adel und Ambassadoren. Details in Vorbereitung.

5. Oktober mit Friedrich Dürrenmatt am Bielersee und in Neuenburg (Neuchâtel). Richter, Henker und mehr. Details in Vorbereitung.

2. November Ursprünge des Christentums im Gebiet der heutigen Schweiz. In Avenches sehen wir die wohl ältesten christlichen Gegenstände in der Schweiz. Dann besuchen wir das im Jahre 515 gegründete Kloster St. Maurice und seinen Klosterschatz. Und schliesslich besuchen wir etwas ausserhalb des Ortes eine Wallfahrtskapelle, die an die Hinrichtung der legendären Thebäischen Legion erinnert. Details in Vorbereitung.

7. Dezember, Weihnachtsmarkt Montbéliard. Die Stadt (deutsch Mömpelgard) war bis zur französischen Revolution württembergisch und protestantisch. Stadtführung, Besichtigung des Schlosses und des protestantischen «Temple». Zeit, um das Städtchen und den Weihnachtsmarkt selbst zu entdecken. Fahrt via Delle und Belfort (die Bahnlinie war von 1993 bis 2018 geschlossen).

Unsere Preise

Die Teilnahme an unseren Tagesausflügen kostet in der Regel 10 Franken pro Person (nur Barzahlung; in diesem Betrag sind Anreise, Reise-Etappen und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht inbegriffen). Der Betrag wird zu Beginn der Führung einkassiert. Es ist ein bescheidener Beitrag an unsere Kosten, aber kein Nulltarif – denn das, was nichts kostet, wird oft und fälschlicherweise als wertlos angesehen.

Anreise und Rückreise

Die Treffpunkte für die Tagesausflüge sind so gewählt, dass wir Anreise und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehlen können. Für die Tagesausflüge kaufen sich die Teilnehmenden ihre Fahrkarten selbst. In der detaillierten Ausflugsbeschreibung sind Anfangspunkt und Endpunkt der Rundgänge und Führungen erwähnt.

Wir weisen in den Detailinformationen auf die Anreise und Rückreise von und nach Bern hin, weil wir in der Region Bern die meisten Freunde und Bekannten haben. Wir wünschen uns aber Teilnehmerinnen und Teilnehmer von überall her! 

Unsere Leistung

Die Organisatoren der Rundgänge und Ausflüge, Michael Tschanz und Ayten Babayeva Tschanz, bereiten sich thematisch vor. Ihre thematischen Erläuterungen dauern in der Regel ein bis zwei Stunden, in verdaulichen Portionen, und an den Orten, die zu den jeweiligen Themen passen.

Verpflegung auf Tagesausflügen

Über die Mittagszeit (etwa 12 bis 13.30 Uhr) verpflegen sich die Teilnehmer selbst. Die Organisatoren sorgen dafür, dass die Mittagspausen dort stattfinden, wo ein gutes Angebot an Restaurants, Imbissstuben und Einkaufsmöglichkeiten besteht. Bei Wanderungen in ländlicher Umgebung sind die Mittagspausen kürzer, und es wird den Teilnehmenden empfohlen, ein Picknick mitzunehmen.

Anmeldung

Wir bitten auch bei unseren Tagesausflügen um eine Anmeldung per E-Mail an chtour@chtour.ch, wenn möglich einige Tage vor dem Ausflugstermin.

Versicherung während der Tagesausflüge

Die Teilnehmer an Führungen und Tagesausflügen sind für sich selbst verantwortlich. Sie passen auf sich auf und melden sich frühzeitig, wenn sie sich auf Rundgängen und Wanderungen körperlich überfordert fühlen. Bei Tagesausflügen wird von chtour.ch jede Haftung für Teilnehmer abgelehnt.

Gruppen, Vereine, Firmen

Für bestehende Gruppen, Vereine Firmen usw. wiederholen wir die Tagesausflüge gerne zu einem anderen Zeitpunkt.

Participants romands

Un des objectifs de notre projet est de surmonter les obstacles linguistiques et culturels. Les participants francophones sont donc les bienvenus. Avec l’apparition de participants francophones, nous chercherons des bénévoles qui voudront bien nous aider à traduire nos annonces d’activités et nos résumés thématiques. 

Unterstützung

Was Sie tun können, um dieses Angebot zu unterstützen:

  • Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannte und helfen Sie mit, dieses Angebot bekanntzumachen
  • Organisieren Sie Ihren Firmenausflug oder Ihre Vereinsreise mit chtour.ch
  • Schlagen Sie uns Themen vor, die Sie besonders interessieren
  • Wenn Sie weitere Ideen haben, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Programm 2020

Für 2020 sind weitere thematische Tagesausflüge auf dem Programm, aber voraussichtlich nicht mehr jeden Monat.

Dafür bieten wir vermehrt mehrtägige Reisen an, die der Kultur unserer europäischen Nachbarn gewidmet ist.

Geht das mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Wir haben es ausprobiert, und wir bieten Reisen an Orte an, die wir kennen.

Unser Programm:

4.4. – 12.April 2020 Kathedralen und Champagner. Auf dieser Reise besuchen wir gotische Kathedralen in der Champagne und der Picardie. Hier wurde das Frankenreich vor über 1500 Jahren christlich, hier ist die Gotik entstanden. Die meisten besuchten Städte liegen abseits des Massentourismus. Details hier.

Weitere Tagesausflüge und Reisen (voraussichtliches Programm):

2. Mai Stadtrundgang in Fribourg, der anderen Zähringerstadt.

9.- 16. Mai 2020 Baden, Württemberg, Hohenzollern. Wo heute Baden-Württemberg ist, war im 19. Jahrhundert die drei Länder Baden, Württemberg und Hohenzollern. Es geht um die Hohenzollern-Dynastie, um die Literatur der deutschen Romantik, die zum Wiederaufbau fantastischer Schlösser beigetragen hat, um den Unterschied zwischen Baden und Württemberg – und nicht zufällig findet die Reise während der Spargel-Saison statt.

2. Juni 2020: St. Imier, Moutier, Delémont. Wer bleibt bei Bern? Wer hat uns verlassen?

4. – 11. Juli 2020 Alpenbahnen in Bayern, in Österreich und im Südtirol. Natürlich geht es nicht nur um die Bahnen, sondern um Kultur entlang historischer Verkehrswege

8. August 2020 : Burgdorf und Lützelflüh – Gotthelf-Museum

8.-15. September2020 :  Städte der Lombardei – Bergamo, Brescia, Mantova, Cremona

Weitere Ausflüge und Reisen 2020 in Planung.

Blog

Chambrelien – Ostern 2019

Mit dem Schnellzug in die Natur?

Das kann doch nicht sein. Schnellzüge halten in den Städten.

Aber eine Ausnahme gibt es.

Wer mit dem Zug von Bern über Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds fährt, erlebt, dass der Zug kurz hält und dann in entgegengesetzter Fahrtrichtung weiterfährt. So ist es seit 1859. Jeder Zug muss hier wenden.

Während der Bundesrat 2018 vorgeschlagen hat, den Kopfbahnhof mit einem Tunnel zu umfahren, beschliesst der Ständerat im März 2019, eine neue Bahnlinie zwischen den beiden grossen Städten des Kantons zu bauen.

Chambrelien liegt 44 Minuten von Bern. Der Bahnhof ist nicht bedient. Das Bahnhofbuffet scheint verlassen. Einige Pendler haben ihre Autos abgestellt.

Man hört das Motorengeräusch des wegfahrenden Zuges, dann nur noch summende Insekten.

Ein Werktag vor Ostern, Frühlingshitze, frisches Grün, Blüten. Der Wanderweg führt in die Kalksteinfelsen am Südhang über der Areuseschlucht. Gegenüber auf der anderen Talseite die dunkle Wand des Creux-du-Van.

Zwei Lebewesen, Gemsen, die sich verwundert nach mir umblicken.

Ein Aussichtspunkt. Weit unten in der Schlucht erblickt man die Bahnlinie Neuenburg-Pontarlier mit ihren Tunneln. Die Tunnel sind breit, für eine Doppelspur gebaut. Die ist nicht mehr notwendig. Die direkten Züge von Bern nach Paris, die von Bern in den Westen fuhren, verkehren hier schon lange nicht mehr. Der verbleibende direkte TGV macht einen Umweg über Mülhausen, über 100 Kilometer im Norden.

Der Weg nähert sich langsam den Geleisen. Neue Gitternetze schützen die Bahn vor Steinschlag. Die Steinbrocken auf dem Wanderweg zeigen, dass es die Netze braucht.

Nach einer guten Stunde komme ich zur Bahnhaltestelle Champ-du-Moulin. Unten am kühlen Fluss ist das Hôtel de la Truite. Tische und Stühle stehen draussen an der Sonne. Der Mann an der Bar wünscht sich für Ostern viele Besucher.

Die Qual der Wahl: dortbleiben, weiter flussaufwärts wandern, weiter flussabwärts. Abwärts geht es leichter, das Tal ist breit, Jogger rennen, Familien wandern, es zeigen sich keine Gemsen mehr. Das Tal verengt sich, der Fussweg führt über Treppen und Brücken durch eine dramatische Schlucht, bis sich diese wieder weitet.

In Boudry, kurz vor der Tramhaltestelle, das Geburtshaus von Jean-Paul Marat, ermordet in Paris in der Badewanne. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vergangenheitsbewältigung – 7. April 2019

Das Schloss Trachselwald zeigte sich beim gestrigen Tagesausflug von seiner düsteren Seite. Die Sonne, die sich anfänglich über dem tiefen Morgennebel erhoben hatte, versteckte sich. Ein bissig kalter Wind wehte durch den Innenhof. Nassschnee löste sich von den steilen Dächern und zerplatzte auf dem grauen Pflaster, während Martin Hunziker, langjähriger Pfarrer der Langnauer Täufergemeinde, erzählte, wie Trachselwald jahrhundertelang das Zentrum der Verfolgung der Täufer war, die sich weigerten, ihre Kinder taufen zu lassen, Kriegsdienst zu leisten und den Treueeid auf die Obrigkeit zu schwören.

Im Turm stiegen wir auf engen, steilen Treppen nach oben. Eiserne Handschellen und ein schwerer, verschliessbarer Balken mit Öffnungen für die dünnste Stelle der Unterschenkel diente zur Fixierung von gefährlichen Gefangenen im sogenannten Mörderkasten.

Der Bauernführer Niklaus Leuenberger war 1653 im Turm gefangen, bevor man ihn auf der alten Landstrasse über die Wägesse nach Bern brachte, wo er zum Tod verurteilt, geköpft und zur Abschreckung der Bevölkerung gevierteilt wurde.

Sobald wir das Schloss verliessen, zeigte sich die wärmende Sonne. Wir wanderten über eine Anhöhe mit Blick auf die Hochalpen und erreichten schliesslich den Haslebacher Hof, auf dem der letzte in Bern hingerichtete Täufer lebte. Die Familie Haslebacher hütet hier ihren Stammbaum, Tonaufnahmen des Haslebacher Lieds und andere Erinnerungen an Besuche bei den Amischen in Pennsylvanien sowie eine 1553 gedruckte Bibel, die wohl dem berühmten Vorfahren gehört hat.

Warum Trachselwald besuchen?

Zur deutschen Vergangenheit gehören nicht nur Goethe, Schiller und Bach, sondern auch Auschwitz.

Zur Vergangenheit Berns gehört auch Trachselwald.

Der Ausflug nach Trachselwald folgte auf einen Stadtrundgang durch das UNESCO-Weltkulturgut Berner Altstadt. Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Die Landvogtei Trachselwald und der spätere Amtsbezirk Trachselwald grenzen im Osten an das Luzernbiet, das wir auf einem Ausflug am 4. Mai erkunden.

 

Der gute Schächer – 3. März 2019

“Der gute Schächer”, so wird die Glasmalerei von 1449 genannt, die auf der Ankündigung für unseren gestrigen Rundgang durch Berns Altstadt abgebildet ist.

Sie ist Teil eines Zyklus, von dem nur noch ein Teil der Scheiben erhalten ist.

Jede Bernerin, jeder Berner ist im Münster gewesen. Aber wer hat das Bild beachtet?

Ich selbst bin da keine Ausnahme. Erst die böse Absicht, den Bernern auf einem Rundgang Dinge zu zeigen, die sie in ihrer eigenen Stadt weder beachten noch verstehen, hat mich zu einer Beschäftigung mit den Glasmalereien im Münster geführt.

Ich habe die kleine Gruppe von Teilnehmern auf unserem Rundgang gefragt, was sie auf dem Bild sehen.

«Ein Mann, auf ein Kreuz gebunden, aber nicht Jesus. Und ist da noch eine zweite Person?»

Schächer ist ein altes Wort, es bedeutet wohl am ehesten Raubmörder.

Zwei solche Verbrecher werden mit Jesus hingerichtet. Der eine bereut seine Taten und bekehrt sich. Der sterbende Jesus, ans Kreuz genagelt, verspricht ihm, dass er noch am selben Tag ins Paradies kommt.

Man sieht auf dem Bild, wie die als Gestalt in der Grösse eines Kindes dargestellte Seele des Verbrechers von einem Engel aufgenommen wird.

Der Grundstein für das Münster wurde sechs Jahre nach der Eroberung des Aargaus gelegt, in einer Zeit, in der ein neues Selbstbewusstsein nach einer neuen Kirche verlangte.

Nach dem Einsetzen der Glasfenster fehlte noch eine wichtige Reliquie. Aber nicht lange. Den Kopf des heiligen Vinzenz stahl ein schneller Berner in Köln.

Was geschah mit dem Kopf nach der Reformation?

 

Sonderheft Reisen – 20. Februar 2019

Heute morgen beim Kaffee stosse ich beim Durchblättern der Post auf das Sonderheft Reisen, eine Beilage in der Gratis-Zeitschrift des Unternehmens, das als Konsumverein angefangen hat.

Auf sieben Seiten werden sieben Gründe für eine Reise auf die Insel La Réunion im Indischen Ozean vorgestellt. Am Schluss erfahre ich als Leser, dass ein Schweizer Reisebüro eine Wanderreise dorthin anbietet, fünfzehn Tage ab 5450 Franken. «Reisen Sie! Schauen sie über ihren Tellerrand hinaus!» Das fordert der Redaktor in seinem Editorial.

Die Sonne scheint durchs Fenster. Die Ferne lockt, und jetzt, wo es in Europa Frühling wird, soll ich als Mensch, der über den Tellerrand blickt, Wanderferien auf der Südhalbkugel planen. Treibhausgase? Halb so schlimm. Endlich schneefreie Alpen, und Blumen auf der Blüemlisalp.

Ein anderer Artikel macht mir eine Reise nach Las Vegas schmackhaft. Stolz wird erwähnt, dass Las Vegas vor hundert Jahren nicht viel mehr war als ein kleiner, staubiger Bahnhof. Eine Bahnstation in der Wüste, wo Fernzüge sich kreuzen – dafür könnte ich Fernweh entwickeln. Ich sässe dort auf einer Bank und hätte Zeit, nochmals Dschingis Aitmatov zu lesen.

Zurück zur Realität.

Was suchen wir beim Reisen? Was zieht uns an, worin liegt der Reiz?

Es ist die Veränderung, die Andersartigkeit. Es sind die kulturellen Unterschiede.

Um diese Unterschiede zu spüren, muss man in Europa nicht weit reisen, sondern aufmerksam.

Aber kann man kulturelle Unterschiede wahrnehmen, wenn man seine eigene Kultur kaum kennt?

Auf dem Tisch neben der Kaffeetasse liegt ein grossformatiges Buch, 675 Seiten Glanzpapier, es gehört der Nationalbibliothek: die Glasmalereien im Berner Münster.

Wenn man einen Rundgang durch die Berner Altstadt organisiert, kann etwas Vorbereitung nicht schaden.

 

Tulpen und andere Blüten – anfangs Februar 2019

Kürzlich in Bern an der Ferienmesse, die jeweils im Januar stattfindet. Wir fragen uns, ob es sich lohnen würde, das Angebot von chtour.ch beim nächsten Mal an einem Stand vorzustellen.

Den Besuchern werden Flugreisen und Carreisen angeboten, auch Wanderreisen, wenige Kulturreisen.

Das unsichtbare Prinzip der Anbieter: Das Reiseziel muss weit weg sein. Gut sind Südafrika, Kanada und Australien.

Denn die Veranstalter müssen Geld verdienen. Sie verdienen mit ihren Prozenten auf den Kosten für Transport und Unterkunft. Je weiter die Reise geht, desto eher können sie ihre Fixkosten decken, überleben, einen Profit erwirtschaften. Reiseziele in der Nähe anzubieten lohnt sich kaum.

Und doch gibt es Reiseziele in Europa. Man kann mit dem Car nach Holland fahren, um die Tulpenblüte zu sehen.

Die Cars stehen in einer Halle, sie sind sauber und komfortabel, sehen besser aus als die osteuropäischen Cars, die für ein paar Stunden beim Bärengraben halten, um den fernöstlichen Touristen einen Spaziergang in der Berner Altstadt zu erlauben, bevor sie abends in ein Hotel jenseits der Landesgrenze gefahren werden.

Dass die Tulpen auch hierzulande blühen, erfährt man an der Ferienmesse nicht. Im April blühen sie beispielsweise am Tulpenfestival auf der Promenade am Genfersee, in Morges.

Die SBB hat an der Ferienmesse keinen Stand, um die Besucher an das Tulpenfestival nach Morges zu locken. Verständlich. Der Umsatz der Fahrkarten nach Morges rechtfertigt die Ausgaben für einen Stand nicht. Vielleicht wird der Besuch der Tulpen am Genfersee dafür an einer Ferienmesse in Holland angeboten, wer weiss?

Dafür zeigt die BLS Präsenz.

Beworben werden nicht Reisen in die Region, die die BLS auf den Reklametafeln in ihren Vorortszügen “Bijouland” getauft hat.

Angeboten werden von der BLS Gruppenreisen nach Spitzbergen oder nach Mahé, Seychellen. Bahnreisen gibt es auch. Anreise jeweils per Flugzeug.

Wenn wir uns nicht wehren, bestimmt die ökonomische Logik den Ort unseres Fernwehs.

 

 

Über uns

chtour.ch ist eine gemeinsame Unternehmung von Michael Tschanz und Ayten Babayeva Tschanz.

Die beiden haben sich 1993 in der Stadt Baku am Kaspischen Meer kennengelernt.

Er arbeitete für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Es herrschte Krieg im Gebiet um Bergkarabach.

Sie unterrichtete Philosophie und Religionsgeschichte an der Universität.

In der Freizeit machten sie ungewöhnliche Ausflüge, zum Beispiel in die Erdölfelder am Stadtrand.

Inzwischen sind wir etwas älter.

Wir machen weiterhin mit Leidenschaft ungewöhnliche Ausflüge und Reisen. Unsere Ausflüge und Reisen sollen thematisch interessant und finanziell günstig sein.

Mit Kultur?

Kultur ist mehr als die Fassade von denkmalgeschützten Gebäuden. Wir wollen wissen, wer da gebaut und gewohnt hat. Wir wollen das, was uns erhalten geblieben ist, in seiner Zeit begreifen, in seinem Kontext verstehen. Unsere Ausflüge und Reisen sind deswegen auch Zeitreisen. Und weil Zeitreisen Zeit brauchen, sind wir vorzugsweise langsam unterwegs. Man kann es slow travel nennen, analog zu slow food.

Wir haben den Eindruck, dass Flugreisen und Kreuzfahrten zur Zerstörung der Welt beitragen.

Vielleicht wird es uns gelingen, zu einer bewussteren Reise-Kultur beizutragen, die Genuss ohne Zerstörung ermöglicht.

Wenn Sie unser Angebot bekanntmachen, helfen Sie uns dabei.

Kontakt

Anfragen und Anmeldungen für unsere Aktivitäten bitte an chtour@chtour.ch

Wir beantworten Mails in der Regel innert 24 Stunden.

Briefpost-Adresse: chtour GmbH, Strassweidweg 106, CH-3147 Mittelhäusern

Falls Sie eine telefonische Auskunft wünschen, öffnen Sie die Detailbeschreibung eines Ausflugs oder einer Reise. Am Ende jeder Beschreibung finden Sie eine Telefonnummer für Auskünfte.

Danke!